Haarausfall bei Männern

Gut 40% aller westeuropäischen Männer sind von Haarausfall betroffen. Meistens handelt es sich dabei um den erblich bedingten Haarausfall (alopecia androgenetica), der mit den klassischen Geheimratsecken beginnt und bei vielen Männern bei der Glatzenbildung endet. Oft beginnt der Haarausfall bei Männer schon im Alter zwischen 17 und 25 Jahren. Mit zunehmendem Alter verstärkt sich klassischer Weise der Haarausfall. Erst werden die Haare dünner und der Haarwuchszyklus wird kürzer. Später dann stirbt die Haarwurzel und der Haarwuchs stellt sich vollkommen ein.

Ursachen des Haarausfall bei Männer

Die zwei hauptsächlichen Ursachen des Haarausfall beim Mann sind (a) der hormonell-erbliche Haarausfall sowie (b) der diffuse Haarausfall. Neben diesen beiden Ursachen des Haarausfalls gibt es noch weitere, wie zum Beispiel loses Anagenhaar, Tinea capitis oder Traumatische Alopezie. Dies sind jedoch eher Sonderformen des Haarausfalls. Zur Diagnose welche Art des Haarausfalls vorliegt sollte qualifizierter Rat eingeholt werden, z.B. in einem speziellen Haarinstitut (Trichologie-Praxis) oder beim Dermatologen.

(a) Ursache hormonell-erblicher Haarausfall

Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, ist nicht eine Überproduktion des männlichen Hormons Testosteron für den frühzeitigen Haarverlust verantwortlich. Vielmehr ist es die vererbte Empfindlichkeit der Haarwurzel gegenüber Testosteron, was zum Haarausfall bei Männern führt. Mit zunehmendem Alter steigt diese Empfindlichkeit der Haarfollikel weiter an. Im Laufe der Zeit werden die Haare immer dünner und letztlich wird die Haarproduktion vollkommen eingestellt. Beim hormonell-erblich bedingten Haarausfall beim Mann treten also typische Stadien auf:

  • Beginn in seitlicher Stirnregion (Geheimratsecken)
  • Lichtung im Scheitelbereich
  • Schütterer Haarwuchs am Hinterkopf
  • Typisches Ausweiten dieser Region und schrittweises Zusammenwachsen der Regionen

Endstadium: Typischer Haarkranz (hufeisenförmig) bleibt im Alter als Resthaar erhalten.

(b) Ursache diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall ist der Haarausfall nicht auf einen bestimmten Teil des Kopfes beschränkt, sondern das Haar dünnt insgesamt aus. Die Ursachen können sehr vielfältig sein. Daher ist es ratsam, sich eine qualifizierte Beratung einzuholen. Die Ursachen beim diffusen Haarausfall können sein:

  • Stress
  • Mangelerscheinungen aufgrund von falscher Ernährung
  • Infektionen und/oder Einnahme von Medikamenten
  • Störungen der Schilddrüsenfunktion

Medikamente gegen Haarausfall bei Männer

Biotin, Nachtkerzenöl, Kieselerde, Brennnesselextrakt, etc.. Es gibt viele Hausmittel gegen Haarausfall, die vermeintlich helfen sollen – deren Wirkung ist allerdings sehr umstritten. Wissenschaftlich Studien belegen zumindest für zwei Wirkstoffe eine Verbesserung: Finasterid und Minoxidil.

Minoxidil gegen Haarausfall bei Männer

Minoxidil wurde ursprünglich als ein Mittel gegen Bluthochdruck eingesetzt. Als "Nebenwirkung" wurde entdeckt: es wirkt auf das Haarwachstum fördernd. Daher wird Minoxidil heute als Mittel gegen Haarausfall eingesetzt. Minoxidil ist als Tinktur als Haarwuchsmittel in Deutschland zugelassen und hat (da geringer dosiert) so auch keine unerwünschte Nebenwirkung auf den Blutdruck. Als Medikament/Mittel gegen Haarausfall verbessert Minoxidil die Blutgefäßversorgung des Haarfollikels und wirkt so aktiv Haarwachstum fördernd.

Finasterid gegen Haarausfall bei Männer

Finasterid war ursprünglich ein Medikament gegen Prostatavergrößerung. Als Medikament (bzw. Mittel gegen Haarausfall, bzw. Haarwuchsmittel) verhindert Finasterid bei Männern die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron. Dihydrotestosteron wiederum stört den Stoffwechsel in den Haarfollikeln. Was letztlich zum Haarausfall führt. Finasterid wird in Tablettenform eingenommen. Männer oder Paare, die sich Kinder wünschen, dürfen Finasterid nicht einnehmen, da es einen negativen Einfluss auf den Fötus haben kann.